Peter Moritz ist praktischer Arzt, ärztlich tätig seit 1987 — Chirurgie, Innere Medizin, Notfallmedizin, Geriatrie, Lungenheilkunde, Orthopädie, Akutklinik und Reha. Bis Ende 2022 führte er in Emmendingen eine eigene Praxis für Naturheilverfahren mit dem Schwerpunkt Prävention. Im hausärztlichen Bereitschaftsdienst und in Praxisvertretungen arbeitet er bis heute.
Seit 1994 unterrichtet er Menschen in Pflege, Physiotherapie und Ergotherapie. Seit 1995 ist er ärztlicher Leiter der Gesundheitsschulen Südwest und nimmt Staatsexamen in den Gesundheitsfachberufen ab.
Unter dem Namen DocMoritz entstand daraus zuerst Begleitmaterial für den eigenen Unterricht — heute sind es die docmoritz Akademie, die Lehrakte, MicroSkills und die Buchreihe „Praxisrelevantes Lernen in der Medizin“.
Warum er nachts noch rausfährt
Der Bereitschaftsdienst ist kein Rest aus früheren Jahren. Er ist die Quelle.
Wer Menschen in ihren Wohnungen behandelt, sieht Medizin so, wie sie tatsächlich stattfindet: unsortiert, unter Zeitdruck, mit unvollständigen Informationen und einem Menschen davor, der Angst hat. Kein Lehrbuch bildet das ab. Genau diese Situationen werden am nächsten Tag zum Fallbeispiel im Unterricht.
Peter Moritz bleibt im ärztlichen Bereitschaftsdienst, um diese Verbindung offen zu halten — zwischen den Menschen in ihren Wohnungen, dem praktischen medizinischen Alltag und der Lehre.
Wer aufhört zu behandeln, unterrichtet irgendwann Erinnerungen.
Was sich gerade ändert — und was daraus folgt
Zwei Entwicklungen treffen die Ausbildung in Gesundheitsberufen gleichzeitig: Künstliche Intelligenz macht Faktenwissen jederzeit abrufbar, und die Zeitfenster für Ausbildung werden immer enger.
Sachlernen und Kompetenzlernen müssen getrennt werden.
Fakten lassen sich in kurzen, wiederholbaren Einheiten lernen — dafür braucht niemand mehr eine Vorlesung. Entscheidungsfähigkeit dagegen entsteht nur am Fall: an einer Situation, die nicht eindeutig ist, und an der Frage, was man jetzt tut.
MicroSkills bedient die eine Hälfte: allgemeine Krankheitslehre, Innere Medizin, Chirurgie, Geriatrie in kurzen Einheiten auf Prüfungsniveau. Die Lehrakte rüstet die andere aus — Material und Werkzeuge für Lehrende, die Kompetenz vermitteln wollen und nicht nur Stoff. Das Fallbeispiel ist die Stelle, an der beides zusammenkommt: ein realer Fall aus dem Dienst, aufbereitet zu einer Entscheidung, die geübt werden kann.
In Vorbereitung
Daraus folgt die nächste Frage, und sie ist offen: Wenn Künstliche Intelligenz das Faktenwissen übernimmt, was geschieht dann mit dem Erfahrungswissen — dem, was ein Praktiker nach Jahren weiß und bislang nur mündlich weitergibt?
Validierte Verfahren, dieses Wissen aufzubereiten und in KI-Systeme einzuspeisen, gibt es nicht. Die vorhandenen Ansätze verlangen einen Aufwand, den man niemandem neben der Praxis zumuten kann. Genau dort setzt ein Forschungsvorhaben an, das Peter Moritz derzeit aufsetzt: bei einer Form der Erfassung, die einem erfahrenen Praktiker zumutbar ist — damit persönliche Erfahrung neben Studienlage und Leitlinie als Evidenzquelle bestehen kann.
Arbeitstitel: Erfahrungswissen erfassbar machen — ärztliche Praxiserfahrung als Evidenzquelle in KI-Systemen
Verständnis ist keine Frage des Vorwissens
Medizinische Sprache ist eine Hürde, und sie ist keine zufällige. Wer die Begriffe nicht kennt, kommt an das Wissen nicht heran — unabhängig davon, wie gut er lernen könnte.
Deshalb entsteht parallel zur Lehre ein Glossar, das medizinische Begriffe erklärt, ohne sie zu verdünnen. Und deshalb gibt es das Format „Frag DocMoritz — Was dein Dozent nie erklärt hat“: Fragen aus dem echten Ausbildungsalltag, beantwortet in kurzer Form, ohne Lehrbuchfilter.
Medizin ist für alle da. Für Lernende heißt das konkret: Sprache und persönliche Verständnislücken dürfen den Zugang zu medizinischer Kompetenz nicht verstellen.
Werdegang
Medizin
- 1975–1987 Rettungsdienst
- 1981–1987 Studium der Medizin
- Anerkennung als Praktischer Arzt · Fachkundenachweis Rettungsdienst · Fachkundenachweis Naturheilverfahren
- Stationsarzt und Oberarzt in Akutkliniken und im Reha-Bereich
- 2003–2022 eigene Privatpraxis für Naturheilverfahren, Schwerpunkt Prävention
- seit 2003 ständiger Vertreter mehrerer Kolleg:innen im ärztlichen Bereitschaftsdienst, dazu Praxisvertretungen als Hausarzt
Lehre
- seit 1994 Dozent in Altenpflege, Physiotherapie, Ergotherapie und den medizinischen Grundlagenfächern
- Fächer: allgemeine Krankheitslehre, Arbeitsmedizin, Geriatrie, Innere Medizin, Chirurgie
- seit 1995 ärztlicher Leiter der Gesundheitsschulen Südwest (ehemals Physiotherapieschule Emmendingen)
- Prüfer und Abnehmer der Staatsexamen in den Gesundheitsfachberufen
- Coaching für Heilpraktiker-Anwärter:innen
- früher: Honoraraufträge an der Universität Freiburg (medizinische Terminologie, interprofessionelles Arbeiten, Prävention) und Honorardozentur an der Hochschule Furtwangen
Leitung
- 1996–2002 Heim- und Pflegedienstleitung, Mitglied der Geschäftsleitung mit Schwerpunkt Klinik- und Pflegeheim-Management
Exkurs
- Über die gemeinnützige Respektfilm gGmbH initiierte er einen Dokumentarfilm zur empathischen Medizin aus Patientensicht — ein Vorhaben, das an der Finanzierung hängenblieb.
Mitgliedschaften
- Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren (ZÄN)
- Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ)
- IPPNW — Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs
Bücher
Buchreihe „Praxisrelevantes Lernen in der Medizin“
- Wege zum Heilberuf — Von der Erkenntnis zur medizinischen Therapie
- Diabetes mellitus — Vorlesungen zur Krankheitslehre für Gesundheitsberufe
Wo er arbeitet
Kanäle
Kontakt
Anfragen erreichen ihn direkt:
peter@docmoritz.academy